Nachhaltigkeit im Porträt: Henkel

Mit weniger Ressourcen mehr erreichen

Weit mehr als "grüne" Theorie: Henkel will seine Ressourceneffizienz bis 2030 verdreifachen – u.a. mit Recycling-Kooperationen und Mitarbeiterschulungen.
Nachhaltigkeit im Porträt: Henkel

13.08.2014 – Die Ressourceneffizienz um das Dreifache steigern – das will Henkel mit seiner Nachhaltigkeitsstrategie bis 2030 schaffen. Dabei nimmt der Hersteller von Wasch- und Reinigungsmitteln, Schönheitspflege und Klebstoffen bereits eine Vorreiterrolle ein: Zum siebten Mal belegt das Unternehmen mit Stammsitz in Düsseldorf den ersten Platz im Dow Jones Nachhaltigkeitsindex für „Kurzlebige Konsumgüter“ und hat in Kooperation mit der ALBA Group-Tochter INTERSEROH Dienstleistungs GmbH einen geschlossenen Wertstoffkreislauf für Kunststoffe etabliert. Die Mitarbeiter sieht Henkel dabei als zentrale Grundlage des Erfolgs: Das Unternehmen hat bis heute mehr als 2.000 Mitarbeiter zu Nachhaltigkeitsbotschaftern ausgebildet.

Ressourceneffizienz als Handlungsmaxime: Die Konsumbedürfnisse der Menschen wachsen, zugleich schwinden die natürlichen Ressourcen. Das stellt Unternehmen wie Henkel vor die Herausforderung, einerseits mehr Lebensqualität zu schaffen und gleichzeitig den Ressourcenverbrauch und den Emissionsausstoß zu verringern. Deshalb hat sich das 1876 gegründete Unternehmen zum Ziel gesetzt, mehr Wert für Kunden, Verbraucher und das Unternehmen gleichermaßen zu schaffen – und dabei den ökologischen Fußabdruck deutlich zu verringern.

Dreimal mehr Effizienz

„Faktor 3“ nennt Henkel den strategischen Ansatz, bis zum Jahr 2030 seine Effizienz zu steigern: Der Wert, den das Unternehmen mit seiner Geschäftstätigkeit erreicht, soll im Verhältnis zum ökologischen Fußabdruck verdreifacht werden – beispielsweise indem es bei gleicher Leistung die eingesetzten Rohstoffe auf ein Drittel reduziert oder die Leistung bei konstantem Ressourcenverbrauch verdreifacht. Um diese Strategie erfolgreich umzusetzen, soll sie sich im täglichen Denken und Handeln der weltweit rund 47.000 Mitarbeiter sowie in den Geschäftsprozessen fest verankern. Dafür hat Henkel drei strategische Prinzipien definiert: Produkte, Partner und Mitarbeiter.

Zusammen mehr Wert schaffen

Ein Best Practice für die gemeinsame Entwicklung nachhaltiger Produkte ist die Zusammenarbeit von Henkel und der INTERSEROH Dienstleistungs GmbH, einer Tochter des Recyclingdienstleisters und Rohstoffversorgers ALBA Group. Gemeinsam haben die Unternehmen einen Kleberoller und einen Korrekturroller der Marke „Pritt“ entwickelt, deren Gehäuserückwand aus dem mehrfach ausgezeichneten Recyclingkunststoff Procyclen hergestellt wird. Als Ausgangsmaterialien dienen dabei Polystyrol-Abfälle – unter anderem aus gebrauchten Verpackungen und der werkseigenen Produktion von Henkel. „Die Kooperation mit Interseroh ist richtungsweisend, da das System der Kreislaufwirtschaft hier in idealer Form praktiziert wird. Sie entspricht optimal unseren Unternehmensprinzipien in Bezug auf Abfall: vermeiden, vermindern, wiederverwerten“, so Peter Rushe, Head of Global Packaging im Henkel Geschäftsfeld Klebstoffe für Konsumenten, Handwerk und Bau.

2.000 Nachhaltigkeitsbotschafter im Einsatz

Nicht zuletzt sollen die Mitarbeiter bei Henkel selbst einen entscheidenden Unterschied machen: Im Jahr 2012 hat das Unternehmen ein Botschafter-Programm ins Leben gerufen, um die Bedeutung von Nachhaltigkeit breiter in der Öffentlichkeit zu verankern. „Mit dem Programm werden unseren Mitarbeitern in Schulungen die Grundsätze nachhaltiger Entwicklung und unsere Nachhaltigkeitsstrategie vermittelt“, erklärt Kathrin Menges, Personalvorstand und Vorsitzende des Sustainability Council von Henkel. „Dabei ermutigen wir sie, als Nachhaltigkeitsbotschafter auch Andere zu motivieren, einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten – zum Beispiel Kollegen, Lieferanten, Kunden, Verbraucher und Schüler.“

Im Rahmen des Programms besuchen die Nachhaltigkeitsbotschafter Grundschulen und erklären den dortigen Schulkindern, wie jeder Einzelne einen persönlichen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten kann. Über 17.000 Schüler haben die geschulten Kräfte bereits in 32 Ländern besucht. „Wir als Erwachsene sind häufig unseren bestehenden Gewohnheiten verhaftet, Kinder sind dagegen offen, wenn sie neue Dinge beobachten und lernen“, sagt Kathrin Menges. „Deshalb sind Kinder ein guter Multiplikator, um in ihren Familien das Bewusstsein für ein nachhaltiges Handeln im Alltag zu stärken.“ Seit Beginn des Programms hat Henkel 2.000 Nachhaltigkeitsbotschafter in 55 Ländern geschult, darunter sämtliche Vorstandsmitglieder. (KR)

Verwandte Artikel

1. Interseroh entwickelt mit Henkel Produkte aus Recyclingkunststoff
2. Industriepartnerschaft von ALBA und VW in Athen vorgestellt
3. AIDA Cruises: „100 Millionen für eine nachhaltige Flotte“

(Foto: Henkel)


Artikel drucken Artikel drucken