Destatis: Haushaltsabfall-Aufkommen 2013

05.02.2015 – Nachholbedarf bei Bioabfällen

Weniger Abfälle, mehr Verwertung – das zeigt die Statistik für Haushaltsabfälle 2013 des Statistischen Bundesamts. Bioabfälle jedoch stagnieren.
Destatis: Haushaltsabfall-Aufkommen 2013

Nachholbedarf bei Bioabfällen

05.02.2015 – Leicht sinkende Zahlen vermeldete jüngst das Statistische Bundesamt (Destatis) bei den Haushaltsabfällen: Dem vorläufigen Bericht zum Abfallaufkommen zufolge wurden im Jahr 2013 rund 36,6 Millionen Tonnen Haushaltsabfälle eingesammelt. Das entspricht 453 Kilogramm pro Einwohner, drei Kilogramm weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig wurden mehr Abfälle aus den Haushalten verwertet. Eine Ausnahme stellen die Bioabfälle dar – hier stagnierte die Entwicklung zuletzt. Der Entsorgerverband BDE kritisiert mangelnde Vorbereitung der Kommunen auf die Getrenntsammlung, die seit 2015 Pflicht ist.

Der rückläufige Trend bleibt bestehen: Zum dritten Mal in Folge verzeichnet Destatis bei den Erhebungen zum Haushaltsabfall-Aufkommen einen leichten Mengenrückgang im Vorjahresvergleich. Insgesamt ist die Abfallmenge in den vergangenen sieben Jahren um rund 700.000 Tonnen zurückgegangen. Die Verwertungszahlen wiederum steigen weiterhin konstant an: Im Berichtsjahr wurden 26,9 Millionen Tonnen Haushaltsabfälle verwertet – 2006 waren es noch lediglich 21,8 Millionen Tonnen. Mehr als die Hälfte der Haushaltsabfälle wurde 2013 getrennt gesammelt, darunter rund 2,6 Millionen Tonnen gemischte Wertstoffe und Verpackungen, 5,8 Millionen Tonnen Papier, Pappe und Karton sowie 9,1 Millionen Tonnen Bioabfälle.

Zur Destatis-Erhebung für Bioabfälle äußerte sich BDE-Präsident Peter Kurth kritisch. Die Statistik spiegele die „Untätigkeit vieler Kommunen“ in Bezug auf die Getrennterfassung von Bioabfällen wider: „Die erfassten Mengen stagnieren seit fünf Jahren bei 9,1 Millionen Tonnen pro Jahr. Dies bekräftigt unsere These, dass viele Kommunen und Gebietskörperschaften sich unzureichend auf die Getrenntsammlung vorbereitet haben.“ Dem BDE zufolge könnten mit der Biotonne ein bis zwei Millionen Tonnen mehr Bioabfälle pro Jahr allein aus dem Restabfall zurückgewonnen werden. Es sei deshalb „zwingend notwendig, die Potentiale des Bioabfalls zu heben.“

Das Kreislaufwirtschaftsgesetz gibt es vor: Seit Januar 2015 sind die deutschen Städte und Landkreise verpflichtet, Bioabfälle getrennt zu sammeln. Dennoch – so eine aktuelle Studie im Auftrag des Umweltbundesamts – gibt es noch Lücken in der Umsetzung. „Da zum gesetzlich festgelegten Stichtag 1. Januar 2015 zwischen 57 und 69 entsorgungspflichtige Körperschaften Deutschlands der in ihrem Gebiet lebenden Bevölkerung keine getrennte Erfassung aller Bioabfälle anbieten wird, besteht weiterhin Handlungsbedarf“, so die Autoren der Studie. Sie weisen zudem darauf hin, dass die Kosten für die Umsetzung stark von den Rahmenbedingungen vor Ort abhängen. Sie reichen demnach von einer Ersparnis von etwa 6 Euro bis zu einer Erhöhung der Gebühren um bis zu 28 Euro pro Einwohner und Jahr. (KR)

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(Foto: eyetronic/fotolia.com)


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