Interview mit Roland Stroese, Vorstandsmitglied der Interseroh SE

Für den Wettbewerb gerüstet

Einer der Kernbereiche der Interseroh SE ist die Erfassung und Verwertung von Verpackungen. Diese Aktivitäten sind in der Tochtergesellschaft Interseroh Dienstleistungs GmbH gebündelt. Als Mitglied des Vorstandes ist Roland Stroese unter anderem für diesen Geschäftszweig verantwortlich. In den Diskussionen um die 5. Novelle der Verpackungsverordnung hat sich Interseroh für fairen Wettbewerb eingesetzt - sowohl zwischen den Entsorgungsspezialisten untereinander als auch zwischen den Unternehmen, die Verpackungen in Verkehr bringen. Mit Interseroh-News sprach Roland Stroese über die aktuellen Entwicklungen.
Interview mit Roland Stroese, Vorstandsmitglied der Interseroh SE

16.12.2008 – Einer der Kernbereiche der Interseroh SE ist die Erfassung und Verwertung von Verpackungen. Diese Aktivitäten sind in der Tochtergesellschaft Interseroh Dienstleistungs GmbH gebündelt. Als Mitglied des Vorstandes ist Roland Stroese unter anderem für diesen Geschäftszweig verantwortlich. In den Diskussionen um die 5. Novelle der Verpackungsverordnung hat sich Interseroh für fairen Wettbewerb eingesetzt – sowohl zwischen den Entsorgungsspezialisten untereinander als auch zwischen den Unternehmen, die Verpackungen in Verkehr bringen. Mit Interseroh-News sprach Roland Stroese über die aktuellen Entwicklungen.

Interseroh-News: Wird die neue Verpackungsverordnung ihr wichtigstes Ziel erreichen, die Entsorgung von Verkaufsverpackungen an den Haushalten nachhaltig sicherzustellen?
Roland Stroese: Ich bin da optimistisch. Schließlich gibt es die klare Verpflichtung, dass Verkaufsverpackungen bei einem dualen System angemeldet werden müssen. Durch die testierte Vollständigkeitserklärung wird das verifizierbar und dank der Hinterlegung bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer lückenlos nachprüfbar. Aufgrund der so geschaffenen Transparenz kann sich niemand als „Trittbrettfahrer“ Vorteile gegenüber rechtstreuen Wettbewerbern verschaffen.

Wenn alle mitmachen müssen, ist also die haushaltsnahe Verpackungsentsorgung gesichert?
So ist es. Und das ist gut so, denn ein besseres System zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz gibt es nicht. Es ist effizient und bürgerfreundlich.

Bergen die durch die Novelle neu geschaffenen Branchenlösungen nicht auch eine gewisse Gefahr? Zu große Verpackungsmengen in den Branchenlösungen, zu wenig in den dualen Systemen?
Diese Gefahr sehen wir auch. Daher hat Interseroh zusammen mit weiteren Systemdienstleistern eine Studie bei der GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung in Auftrag gegeben. Das Resultat der Studie: Maximal elf Prozent der Verpackungsmengen über alle Branchen und alle Verpackungsmaterialien sollten über Branchenlösungen abgewickelt werden. Alle Akteure, die sich an dieser Multi-Client-Studie beteiligt haben, sehen hier einen Standard für Branchenlösungen. Jedoch sind leider nicht alle Wettbewerber dieser Meinung.

Wodurch zeichnet sich ein Systemdienstleister wie Interseroh in Anbetracht der detaillierten Regelungen in der Verordnung gegenüber den Wettbewerbern aus?
Wir beraten unsere Kunden hinsichtlich einer rechtssicheren und nachhaltigen Lösung. Schließlich dürfen Hersteller und Handel nicht vergessen: Wer gegen die neue Novelle der Verpackungsverordnung verstößt, kann im letzten Schritt von den Behörden gezwungen werden, überhaupt keine Verpackungen mehr in Verkehr zu bringen. Schummeleien sind also brandgefährlich. Im Übrigen profitieren die Kunden von unserer Erfahrung. Seit 1992 erfassen wir bundesweit Transportverpackungen für ganze Industriebranchen. Als einziger Systemanbieter sind wir seit rund zehn Jahren auf branchenbezogene Selbstentsorgung spezialisiert. Die Struktur unserer Anfallstellen entspricht schon lange dem Standard, der jetzt durch die Novelle gesetzt wird. Außerdem gibt es keinen Anbieter, der so umfassende Organisationslösungen für das Management von Stoffströmen bietet wie Interseroh.

Das heißt, Interseroh bietet den Kunden eine Komplettlösung für alle Verpackungsarten?
So ist es. Lassen Sie es mich an einem Beispiel erklären. Nehmen wir einen Hersteller von Thermostatventilen. Seine Verkaufsverpackungen auf der Vertriebsschiene Baumarkt meldet er im Dualen System Interseroh an, da diese beim privaten Endverbraucher in der Gelben Tonne landen. Seine Verkaufsverpackungen auf der Vertriebsschiene Handwerk werden in eine Branchenlösung eingebracht. Und beim Handwerk entsorgen wir auch seine Transportverpackungen. Wir liefern also alle Leistungen aus einer Hand. Das ist effizient und führt zu deutlichen Kostenersparnissen.

Gilt Ähnliches auch für den Food-Bereich?
Selbstverständlich, und das ist noch längst nicht alles. Auch für bepfandete Einweg-Getränkeverpackungen oder Verpackungen schadstoffhaltiger Füllgüter haben wir Lösungen.

Sie sind also für alle Kundenanfragen gut gerüstet?
Richtig – und neben einem umfassenden Angebot bieten wir zudem Rechtssicherheit und sind bislang die Einzigen mit einem TÜV-Rheinland-Zertifikat für unsere Branchenlösungen.


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