Die Abwrackprämie kommt an

Jetzt geht es los!

Zu Jahresbeginn wurde sie eingeführt, um die Automobilindustrie anzukurbeln: die Umweltprämie - auch Abwrackprämie genannt. Für die Verschrottung eines mindestens neun Jahre alten Autos und den Kauf eines Neu- oder Jahreswagens gibt es 2.500 Euro vom Staat. Jetzt sollen laut einer Information des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die ersten Auszahlungen veranlasst werden. Von dem Verschrottungs-Boom profitiert auch Interseroh.
Die Abwrackprämie kommt an

17.03.2009 – Zu Jahresbeginn wurde sie eingeführt, um die Automobilindustrie anzukurbeln: die Umweltprämie – auch Abwrackprämie genannt. Für die Verschrottung eines mindestens neun Jahre alten Autos und den Kauf eines Neu- oder Jahreswagens gibt es 2.500 Euro vom Staat. Jetzt sollen laut einer Information des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die ersten Auszahlungen veranlasst werden. Von dem Verschrottungs-Boom profitiert auch Interseroh.

Über 230.000 Anträge auf Auszahlung der Prämie wurden bereits eingereicht. Nach Informationen des Zentralverbandes Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. sind sogar bereits 400.000 Kaufverträge mit Prämie hinterlegt. Rechnerisch reichen die vom Bund zur Verfügung gestellten 1,5 Milliarden Euro für insgesamt 600.000 Anträge. Da die Umweltprämie sehr gut angenommen werde, werde ab 30. März 2009 ein neues Verfahren eingeführt, teilte das Bundesamt kürzlich mit. Damit können Käufer eines Neuwagens mit längeren Lieferzeiten gegen Vorlage der Kopie eines rechtsverbindlichen Kaufvertrages einen Antrag auf Gewährung der Umweltprämie stellen.

Erst wenn die Zulassung des neuen PKW sowie die Verschrottung des Altfahrzeugs nachgewiesen werden, wird die Prämie ausgestellt. Die Verschrottung muss dabei zwischen dem 14. Januar und dem 31. Dezember 2009 erfolgen und durch einen Verwertungsnachweis eines anerkannten Demontagebetriebes belegt werden. Dieser wiederum muss bestätigen, dass die Restkarosse einer Schredderanlage zugeführt wird.

An den Demontagebetrieben kommt also niemand vorbei, der sich den begehrten Nachweis ausstellen lassen möchte. Dort werden die Wagen für die Verschrottung vorbereitet: Benzin- oder Dieselreste, Öle und Bremsflüssigkeit sowie Autobatterien werden entfernt, die Reifen abgebaut und die Airbags und Gurtstraffer entschärft. Noch verwertbare Teile werden als Ersatzteile weiterverwendet.

Am Standort Rostock betreibt die Jade-Entsorgung GmbH, ein Tochterunternehmen der Interseroh-Gruppe, einen solchen anerkannten Altautoverwertungsbetrieb. Das Unternehmen garantiert die umwelt- und fachgerechte Entsorgung von Altfahrzeugen entsprechend der Altautoverordnung. „Seit Einführung der Umweltprämie bekommen wir das Zehnfache an Altfahrzeugen im Monat“, erläutert Geschäftsführer Kurt Lange. Seine Kollegen Bernhard Seufert, Geschäftsführer der Interseroh Franken Rohstoff GmbH in Sennfeld, und Peter Kosub, Geschäftsführer der Interseroh Erwin Meyer Metallrecycling GmbH in Bremen, können das nur bestätigen. Beide Betriebe sind ebenfalls anerkannte Altautoverwertungsbetriebe.

Die Stahl- und Metallrecycling-Unternehmen der Interseroh-Gruppe sind gut auf die Abwrackprämie vorbereitet. Neben den Demontagebetrieben sind sie vorwiegend auf die Aufbereitung von Stahl und Nichteisen-Metallen spezialisiert. An über 90 Standorten betreibt Interseroh dazu industrielle Großscheren und -schredder, so zum Beispiel bei der Interseroh MAB Rostock GmbH und bei der Interseroh Evert Heeren GmbH in Leer.

Heinz Dieter Schmidt, Geschäftsführer der Interseroh Evert Heeren erklärt: „Wir kaufen Autokarosserien von anerkannten Demontagebetrieben. Sie machen an unserem Standort aktuell 30 bis 40 Prozent der geschredderten Masse aus.“ Sein Schredder zerreißt mit der Kraft von 1.250 Pferdestärken eine Autokarosse in einer Minute zu faustgroßen Stahlklumpen. Nachgeschaltete Aggregate entfernen Schmutzteile und trennen nichtmagnetische Teile vom Stahlschrott. Den Kunden aus der Stahl- und Metallindustrie stellt das Unternehmen dann die gewünschte Schrottmenge und –qualität für die Neuproduktion zur Verfügung.

Die Umweltprämie erfreut also nicht nur die Konsumenten und trägt dazu bei, die Automobilbranche anzukurbeln und umweltbelastende Altwagen aus dem Verkehr zu ziehen – sie fördert auch die Rückführung von Altmetallen in den Produktionskreislauf.


Artikel drucken Artikel drucken