Porträt: Bureau of International Recycling

Mehr als nur Interessenvertretung

Wenn ein altes Auto in einem Stahlrecycling-Unternehmen geschreddert wurde, wenn durch weitere technische Maßnahmen Fremd- und Störstoffe aus dem Materialstrom entfernt sind und glänzende, reine Stahlklumpen übrig bleiben: Was ist das - Abfall oder Rohstoff? Das ist ein Thema von vielen, derzeit aber vielleicht das wichtigste für das Bureau of International Recycling, kurz BIR. Die einschlägigen rechtlichen Regelungen unterscheiden nämlich nicht klar zwischen Abfall und Sekundärrohstoff, und das hat Folgen für den weltweiten freien Handel mit den Produkten der Recycling-Industrie.
Porträt: Bureau of International Recycling

11.10.2007 – Wenn ein altes Auto in einem Stahlrecycling-Unternehmen geschreddert wurde, wenn durch weitere technische Maßnahmen Fremd- und Störstoffe aus dem Materialstrom entfernt sind und glänzende, reine Stahlklumpen übrig bleiben: Was ist das – Abfall oder Rohstoff? Das ist ein Thema von vielen, derzeit aber vielleicht das wichtigste für das Bureau of International Recycling, kurz BIR. Die einschlägigen rechtlichen Regelungen unterscheiden nämlich nicht klar zwischen Abfall und Sekundärrohstoff, und das hat Folgen für den weltweiten freien Handel mit den Produkten der Recycling-Industrie.

BIR – das ist eine Organisation in Brüssel, der Recycling-Verbände aus rund 60 Nationen und mehr als 600 Recycling-Unternehmen aus aller Welt angehören. Sie repräsentiert einen Industriezweig, der über 1,5 Millionen Menschen beschäftigt, jährlich mehr als 500 Millionen Tonnen Rohstoff an die Industrie liefert und einen Umsatz von 160 Milliarden US$ generiert. Das BIR ist so breit aufgestellt wie die Recycling-Industrie: In „Commodity Divisions“ und „Committees“ sind Stahl und Edelstahl, Metalle, Papier, Kunststoffe und Textilien vertreten. Christian Rubach, Vorstandsmitglied bei Interseroh und dort zuständig für das Segment Stahl- und Metallrecycling, ist bei BIR Präsident der Ferrous Division.

Die Ziele einer Interessenvertretung wie BIR sind klar: Beratung der gesetzgebenden Instanzen, Beobachtung der Märkte und der technologischen Entwicklung, Förderung des Recyclings zur Schonung natürlicher Ressourcen. Zweimal im Jahr treffen sich die Mitglieder, zuletzt im vergangenen Mai zur World Recycling Convention in Athen. Auf der Tagesordnung standen Themen wie der immense Rohstoffbedarf in Südostasien, Zoll-Probleme in China oder die Sorgen über neue EU-Regulierungen zur Ausfuhr von Sekundärrohstoffen aus den Mitgliedsstaaten.

Beim nächsten BIR-Meeting Ende Oktober in Warschau, den Autumn Round Table Sessions, werden die Delegierten wieder Gelegenheit haben, die neuesten Informationen über Entwicklungen an den internationalen Märkten auszutauschen, Fachvorträge über die Perspektiven der Recycling-Wirtschaft zu hören und über Brüsseler Handelshemmnisse zu diskutieren. Und ein Thema wird mit Sicherheit die Sessions beherrschen, meint Interseroh-Vorstand Rubach: „Wie kann die weltweit wachsende Nachfrage nach Rohstoffen befriedigt werden?“


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