Stahl und Metall

Aufbereitung mit Scheren und Schreddern

Schrott ist ein ideales Kreislaufmaterial. Im Gegensatz zu anderen Sekundärrohstoffen kann man die Eisen(FE)- und Nichteisen(NE)-Schrotte beliebig oft und ohne Qualitätsverlust einsetzen. Für jede Tonne Stahlschrott, die an Stelle von Roheisen bei der Stahlerzeugung eingesetzt wird, brauchen 1,5 Tonnen Erz nicht abgebaut und 0,5 Tonnen Brennstoff nicht gefördert und über weite Strecken transportiert werden - natürliche Ressourcen werden nachhaltig geschont. Die Energieeinsparung bei der Erzeugung auf Schrottbasis beträgt rund 75 Prozent.
Stahl und Metall

11.10.2007 – Schrott ist ein ideales Kreislaufmaterial. Im Gegensatz zu anderen Sekundärrohstoffen kann man die Eisen(FE)- und Nichteisen(NE)-Schrotte beliebig oft und ohne Qualitätsverlust einsetzen. Für jede Tonne Stahlschrott, die an Stelle von Roheisen bei der Stahlerzeugung eingesetzt wird, brauchen 1,5 Tonnen Erz nicht abgebaut und 0,5 Tonnen Brennstoff nicht gefördert und über weite Strecken transportiert werden – natürliche Ressourcen werden nachhaltig geschont. Die Energieeinsparung bei der Erzeugung auf Schrottbasis beträgt rund 75 Prozent.

Es ist Aufgabe der Stahl- und Metallrecyclingwirtschaft, die in sehr unterschiedlicher Art und Weise anfallenden Schrotte zu sammeln, zu sortieren und zu einem einsatzfähigen Sekundärrohstoff für die Industrie aufzubereiten. Sowohl der sogenannte Sammelschrott – das sind ausgediente Verbrauchs- und Industriegüter – als auch der Neuschrott, der aus Produktionsabfällen in der industriellen Fertigung besteht, muss in der Regel bearbeitet werden, Auf der Grundlage von international geltenden Sortenlisten werden durch Sortierung und mit hochleistungsfähigen Aggregaten wie Schreddern und Scheren aus dem heterogenen Vormaterial wertvolle Rohstoffe erzeugt.

In Deutschland werden zwei unterschiedliche Stahlproduktionsverfahren angewandt, bei denen der Schrottanteil unterschiedlich hoch ist. Das Oxygenstahlverfahren (Anteil ca. 70 Prozent) arbeitet mit einem Schrotteinsatz von bis zu 30 Prozent. Mit dem Elektrostahlverfahren hingegen wird Stahl auf der Grundlage eines 100-prozentigen Schrotteinsatzes produziert. Für das international gehandelte Produkt Stahlschrott ist das stete Wachstum der Elektrostahlerzeugung vor allem in den USA und in Asien bedeutsam. Grundsätzlich können in Elektroöfen fast alle Stahlqualitäten erzeugt werden. Dazu aber ist es nötig, den steigenden Anforderungen der Abnehmer gerecht zu werden, d.h. noch mehr Mengen als bisher mit leistungsfähigen Scheren und Schreddern aufzubereiten.

Altschrott besteht in Deutschland zu 70 bis 75 Prozent aus Abbruch von Maschinen und Anlagen, Schienen und Ähnlichem. Dieses Material wird in Schrottscheren zerkleinert und ist dann für den direkten Einsatz in der Stahlindustrie vorbereitet. Der Rest ist „Problemschrott“, für den ein spezielles Aufbereitungsverfahren, das Schreddern, angewendet wird. Autowracks, Haushaltsgeräte und sonstiger Zivilisationsschrott sind das „Vormaterial“, das über ein Förderband zum eigentlichen Schredder transportiert wird. Eine Hammermühle, die von einem Elektromotor mit einer Antriebsleistung von 1000 und mehr kW bewegt wird, zerschlägt das Material in etwa faustgroße Klumpen. Mittels Windsichtung wird die flugfähige, nicht metallische Leichtfraktion abgetrennt. Der Reststrom wird anschließend durch eine Magnetabscheidung in die Stahlschrott- und die NE-metallhaltige Schwerfraktion getrennt. Die Stahlschrottfraktion ist ein Qualitätsschrott mit einer hohen Dichte, großer Reinheit und weitgehend homogenen Stückgrößen. Dieser Schrott wird in der Industrie unmittelbar zur Stahlerzeugung eingesetzt. Die Schwerfraktion wird nach weiteren Aufbereitungsschritten in Metallschmelzen verwendet.

Während moderne Schredder heute über Schallisolierung, Abluft- und Entstaubungs-Anlagen sowie geschlossene Wasserkreisläufe verfügen, ist die Leichtfraktion nach wie vor eine ständige Herausforderung. Die Schredderbetreiber sind verpflichtet, bis 2015 eine schrittweise Reduzierung der Schredderleichtfraktion auf fünf Prozent zu erreichen. An unterschiedlichen Verfahren zur Lösung arbeitet die Schrottindustrie.

Das zur Kölner Interseroh-Gruppe gehörende Stahl- und Metallrecycling-Unternehmen Interseroh MAB Rostock GmbH erhielt im vergangenen Jahr einen Innovationspreis für eine technische Lösung zur optimalen Abtrennung von Metallresten, die sich in der Leichtfraktion befinden. Das Verfahren ist sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht vorteilhaft, weil hierdurch weitere 2,5 Prozent Metall aus der Leichtfraktion gewonnen werden und gleichzeitig die Fertigungskosten erheblich sinken.

In Deutschland wurden 2005 44,5 Millionen Tonnen Stahl produziert, rund 40 Prozent davon auf der Basis von Stahlschrott. Die Interseroh AG verfügt als einer der führenden Stahlrecycler in Deutschland über rund ein Dutzend Aufbereitungsunternehmen, die im Jahr rund drei Millionen Tonnen Stahlschrott an die Industrie liefern. Die Betriebe sind nach einem brancheneigenen QM-System sowie als Entsorgungsfachbetriebe zertifiziert und stellen so heute eine qualitätsgesicherte Schließung von Stoffkreisläufen sicher.


Artikel drucken Artikel drucken