Thomas Schönauer gestaltet Kunstwerke aus Stahl und Kunststoff

Rohstoff für die Kunst

Kunst und Kommerz - was sich wie ein Gegensatz anhört, gehört in Wirklichkeit untrennbar zusammen. Stahl und Kunststoff zählen zu den wichtigsten Sekundärrohstoffen. Aber das Material ist nicht nur in der Wirtschaft begehrt, sondern auch bei so manchem Künstler.
Thomas Schönauer gestaltet Kunstwerke aus Stahl und Kunststoff

01.01.2007 – Kunst und Kommerz – was sich wie ein Gegensatz anhört, gehört in Wirklichkeit untrennbar zusammen. Stahl und Kunststoff zählen zu den wichtigsten Sekundärrohstoffen. Aber das Material ist nicht nur in der Wirtschaft begehrt, sondern auch bei so manchem Künstler.

Zum Beispiel bei Thomas Schönauer, einem der bedeutendsten deutschen Bildhauer der Gegenwart. Der Düsseldorfer Künstler zählt Stahl und Kunststoff zu seinen bevorzugten Werkstoffen. Im Zentrum seines Schaffens steht das Spannungsverhältnis zwischen Architektur, Technologie und Skulptur. Da sind die genannten Materialien, ohne die in unserem Alltag nichts mehr ginge, der ideale Rohstoff. Und so findet ein zwar winziger, aber nicht unbedeutender Teil von Sekundärrohstoffen sich nicht in neuen Handygehäusen oder als Baustahl wieder, sondern in Form eines Kunstwerks.

Innen und außen zu verbinden. Raum und Zwischenraum auf ganz neue Weise erlebbar zu machen. Das Spannungsverhältnis zwischen Architektur, Technologie und Skulptur auszuloten. Das sind einige der wesentlichen Merkmale im Schaffen Schönauers. Dafür steht beispielsweise seine Energiepyramide, die am Düsseldorfer Medienhafen einen dynamischen Akzent setzt.

Schönauers kraftvolle Skulpturen sind sowohl in Innen- als auch in Außenräumen zu sehen. Typisch für sein Werk sind die lackierten Stahlskulpturen: Dass hier Metall als Untergrund von Farbe dient, stellt sich erst bei näherer Betrachtung heraus. Viele der Skulpturen vermitteln dem Betrachter ein irritierendes Spiel von Leichtigkeit und Schwere. Die innovative Verwendung von Stahl in Schönauers künstlerisch inhaltlichem Kontext bringt die Qualität des Werkstoffs auf den Punkt. Dynamik und Lebendigkeit prägen viele seiner Arbeiten, mit denen er sein zentrales Thema – das Zusammenspiel zwischen Materie und Leere – in neue bildnerische Formen bringt.

Thomas Schönauer wurde 1953 in Düsseldorf geboren und arbeitete nach dem Studium der Germanistik, Romanistik und Philosophie als Assistent im Atelier des Bildhauers Friedrich Wertmann in Düsseldorf. Nach einem Studienaufenthalt am Manitoba Institute of Design im kanadischen Winnipeg gründete er 1978 sein eigenes Bildhaueratelier in Düsseldorf.

Ausgewählte Arbeiten des Künstlers sind im aktuellen Geschäftsbericht von Interseroh zu sehen.


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