"Katrine Krog" transportiert schwere Fracht

Schrott auf großer Fahrt

 "Katrine Krog" ist nicht mehr die Jüngste, aber das Frachtschiff schleppt unermüdlich Schüttgüter durch die Küstengewässer von Nord- und Ostsee. Ein Auftraggeber von Schiffseigner Helge Pedersen ist die Interseroh Metallaufbereitung (MAB) Rostock GmbH, die jährlich Millionen Tonnen Schrott aufbereitet und an die Stahlindustrie liefert. Zu ihren Recyclingstandorten gehören u.a. Rostock-Marienehe, Lübeck, Schwerin, Wismar und Stralsund.
„Katrine Krog“ transportiert schwere Fracht

16.12.2008 – „Katrine Krog“ ist nicht mehr die Jüngste, aber das Frachtschiff schleppt unermüdlich Schüttgüter durch die Küstengewässer von Nord- und Ostsee. Ein Auftraggeber von Schiffseigner Helge Pedersen ist die Interseroh Metallaufbereitung (MAB) Rostock GmbH, die jährlich Millionen Tonnen Schrott aufbereitet und an die Stahlindustrie liefert. Zu ihren Recyclingstandorten gehören u.a. Rostock-Marienehe, Lübeck, Schwerin, Wismar und Stralsund.

Stahlschrott eignet sich hervorragend für das Recycling und wird weltweit in der Neustahlproduktion eingesetzt. Doch der Handel mit Schrott stellt eine logistische Herausforderung dar. Für die schwere Fracht ist der Transport über die Wasserwege häufig die erste Wahl, da große Mengen zuverlässig über weite Strecken transportiert werden können. Gleiches gilt für kürzere Strecken, wie die Stahllieferung der Interseroh MAB Rostock von Stralsund nach Hamburg.


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Es ist Mittag, als die ersten Ladungen Schrott im Nordhafen von Stralsund auf die „Katrine Krog“ geladen werden. Für den späteren Einsatz im Stahlwerk wurde das Material zuvor sortiert. Ein großer Bagger schaufelt Ladung für Ladung an Bord. Vorsichtig legen die Greiferführer eine Schrottschicht auf dem Schiffsboden ab und stampfen die Lage leicht an. „Die untere Schrottlage ist wie ein Polster“, erklärt Burkhard Berner, Niederlassungsleiter der Interseroh MAB Rostock. „Sie schützt den Schiffsboden vor den herunter fallenden Brocken.“ Greiferladung für Greiferladung prasselt der Schrott anschließend in das Schiff. Auf diese Weise werden insgesamt 1.200 Tonnen Stahlschrott innerhalb von acht Stunden in den Bauch des Küstenmotorschiffes verladen.

An diesem Abend ist das Ziel der „Katrine Krog“ Hamburg. Der schneeweiße Bau des Ozeaniums, dem neuen Wahrzeichen der Stadt Stralsund, leuchtet zwischen den Speicherhäusern im alten Hafen, als das Schiff langsam auf die Ostsee gleitet. Im Osten verschwinden die Lichter der Insel Rügen. „Katrine“ nimmt Kurs auf Kiel, wo der Nord-Ostsee-Kanal beginnt.

Der Kanal verbindet die Nordsee mit der Ostsee. Er erspart den Schiffen die lange Fahrt durch das Skagerrak um die Nordspitze Dänemarks und ist die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt. Sowohl auf der Nordsee- als auch auf der Ostsee-Seite wird der Kanal von einer Schleuse begrenzt, um die verschiedenen Gezeiten der beiden Meere auszugleichen. 99 Kilometer lang zieht sich der Kanal durch Schleswig Holstein bis zur Elbmündung in Brunsbüttel an der Nordsee. Unter zehn Brücken führt die Wasserstraße hindurch. Dann ist der Großteil des Weges geschafft.

Das letzte Stück führt die Elbe hinauf bis in die Hansestadt Hamburg. Dort hat „Katrine“ das Ziel erreicht – den Dradenauhafen. Jetzt wird der Schrott wieder entladen. Die ArcelorMittal Hamburg GmbH – die ehemaligen Hamburger Stahlwerke – wird aus dem Sekundärrohstoff Qualitätsstahl herstellen, der die Grundlage von vielen neuen Produkten ist: Angelhaken, Einkaufswagen oder auch Klaviersaiten – die Ladung der „Katrine Krog“ hat viele Verwendungsmöglichkeiten.


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