"Second Hound" in Berlin vermeidet Abfall durch Textilrecycling

24.03.2015 – Wegwerfmentalität ade: Upcycling für den Hund

Hochwertige Recyclingprodukte finden immer mehr Zuspruch bei Verbrauchern. Nun macht eine Berliner Unternehmerin Hundezubehör aus Altkleidern salonfähig.
„Second Hound“ in Berlin vermeidet Abfall durch Textilrecycling

Wegwerfmentalität ade: Upcycling für den Hund

24.03.2015 – Hochwertige Alltagsprodukte aus Recyclingmaterialien finden immer mehr Zuspruch – insbesondere in Metropolen wie Berlin. Hier sind die Angebote besonders vielfältig: Neben Lampen aus PET-Flaschen finden Verbraucher inzwischen auch Schlüsselanhänger aus Sektverschlüssen oder Taschen aus Feuerwehrschläuchen. Sogar umweltbewusste Hundebesitzer kommen auf ihre Kosten: Mit dem Berliner Label „Second Hound“ bietet Kinga Rybinska hochwertiges „Upcycling“-Hundezubehör aus Altkleidern an.

In dem kleinen Betrieb in Berlin-Kreuzberg geht es hoch her. Täglich verarbeitet Kinga Rybinska bei „Second Hound“ Dutzende ausgediente Kleidungsstücke und andere Gegenstände zu hochwertigem handgemachten Hundezubehör. Die Geschäftsidee kam der gelernten Journalistin, als sie einen ausgetragenen Mantel zu einer Schlafdecke für ihre Hündin Shila umnähte. Shila mochte die robuste Decke, und der Kleiderschrank bot weit mehr, sodass bald weitere Hundeprodukte folgten. „Second Hound ist die logische Konsequenz aus meinem ökologisch bewussten Lebensstil, gepaart mit der Enttäuschung über billig produziertes und chemisch verseuchtes Hundezubehör aus China“, erklärt die 41-jährige Berlinerin.

Recycling-Hundezubehör aus der Hauptstadt

An Ideen mangelt es der Unternehmerin nicht: Schaumstoffreststücke verarbeitet sie zu Hundebetten, gebrauchte Isomatten lassen sich – mit einem hochwertigen Reststoff bezogen – als thermoisolierende Hundematten verwenden. Männerhemden erhalten ein zweites Leben als Hundehalstücher und kaputte Regenschirme eignen sich als wasser- und fettabweisende Innenschicht für Futterbeutel. „Jedes Element findet seine Verwendung“, verspricht die gebürtige Polin. Lediglich einzelne Metallteile wie Karabiner oder Verschlüsse für Leinen und Halsbänder kauft sie neu hinzu.

Das Besondere ihrer Produktion: Jedes Teil ist ein Unikat. Das Ausgangsmaterial stammt meist von Schneiderateliers und Betrieben, die ihre Textilreste, Verschnitte oder Muster Second Hound überlassen, anstatt sie kostenpflichtig zu entsorgen. Von der Zusammenarbeit mit der Industrie ist Kinga Rybinska begeistert: „Dank der Kooperation mit einem Rollstuhlproduzenten komme ich zu robusten und wasserundurchlässigen Materialien, die gerade die richtige Größe haben, um sie zu faltbaren Reisenäpfen zu verarbeiten.“

Salonfähige Abfallvermeidung

Aktuell entstehen die Recyclingprodukte noch in einem Atelier in Berlin-Kreuzberg, das sich Kinga Rybinska mit einer Tierphysiotherapeutin sowie einem weiteren Hundeladen teilt, doch die Unternehmerin sucht bereits nach größeren Räumlichkeiten – und nach weiteren Upcycling-Partnerschaften. Auch eine Zusammenarbeit mit der Recyclingbranche kann sich die Inhaberin gut vorstellen. „Recyclingunternehmen, die hochwertige Materialien beisteuern, können damit ein ökologisch sinnvolles Projekt unterstützen“, so die Tierliebhaberin. Schließlich hat sie sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: „Ich möchte die Hundebranche revolutionieren und Hundehaltern eine hochwertige und umweltfreundliche Alternative zu Massenprodukten aus China bieten. Auf diese Weise tun sie nicht nur Gutes für den Hund, sondern schonen die Ressourcen und helfen dabei, Textilmüll zu vermeiden.“ (KR)

www.second-hound.com

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(Foto: Second Hound)


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