Hohe Recyclingquote bei Elektroaltgeräten

Soll übererfüllt

Acht Kilogramm statt vier Kilogramm: Die erreichte Pro-Kopf-Erfassungsmenge für Elektroaltgeräte ist in Deutschland laut Jahresmeldung des Bundesumweltministeriums doppelt so hoch wie das von der Europäischen Kommission gesteckte Ziel. Damit wurden die Erwartungen an das Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (ElektroG) weit übertroffen.
Hohe Recyclingquote bei Elektroaltgeräten

16.12.2008 – Acht Kilogramm statt vier Kilogramm: Die erreichte Pro-Kopf-Erfassungsmenge für Elektroaltgeräte ist in Deutschland laut Jahresmeldung des Bundesumweltministeriums doppelt so hoch wie das von der Europäischen Kommission gesteckte Ziel. Damit wurden die Erwartungen an das Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (ElektroG) weit übertroffen.

Deutschland muss wie alle Mitgliedsstaaten der EU Daten über die Erfassung, die Wiederverwendung und die Behandlung von Altgeräten an die EU-Kommission melden. Dafür werden Daten aus unterschiedlichen Quellen an das Umweltbundesamt übermittelt. Zu den Quellen zählen die Stiftung Elektro-Altgeräte-Register (EAR) in Fulda und die Statistischen Ämter, die eine Erhebung bei den Behandlungsanlagen durchführen.

Dank einer lückenlosen Überprüfung kann kein Gerät der Statistik entgehen. Hersteller, Importeure und Vertreiber sind für Entsorgung und Behandlung von Altgeräten aus privaten Haushalten verantwortlich. Dabei werden diese sogenannten B2C-Altgeräte (Business to Customer) von den dazu verpflichteten öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern gesammelt und durch die von der Industrie beauftragten Dienstleister oder auf freiwilliger Basis von den Herstellern und Vertreibern erfasst und verwertet. Jährlich müssen sie dann die zurückgenommenen Mengen an die EAR melden.

Die Kommunen haben im Rahmen einer sogenannten Optierung das Recht, die durch sie zurückgenommenen Altgeräte in eigener Regie zu entsorgen. Von diesem Recht haben die Kommunen 2007 und insbesondere 2008 verstärkt Gebrauch gemacht. Für Frank Kurrat, der bei der Interseroh Dienstleistungs GmbH den Geschäftsbereich Elektroaltgeräte leitet, ist dies nicht verwunderlich: „Bei den Preisen, die Stahl- und Metallschrott bis vor Kurzem auf dem Markt erzielten, wollten die Kommunen ein gutes Geschäft machen und haben die Altgeräte selbst vermarktet.“ Doch auch diese Mengen gehen der Statistik nicht verloren, da in solchen Fällen die Kommunen selbst meldepflichtig bei der EAR werden.

Anders sieht die Regelung bei den B2B-Altgeräten (Business to Business) aus dem gewerblichen Bereich aus. Sie können direkt von den Herstellern zurückgenommen werden oder in Abstimmung mit deren Kunden durch diese entsorgt und verwertet werden. Eine Ausnahme bilden Geräte, die vor März 2006 im deutschen Markt in Verkehr gebracht wurden. Hier ist der letzte Besitzer selbst zur Entsorgung verpflichtet. Da es in diesem Bereich keine Meldepflichten gibt, erheben die Statistischen Ämter Daten bei den Behandlungsanlagen.

Für die EU ergibt sich so ein detailliertes Bild über erfasste und verwertete Mengen in zehn Gerätekategorien. Spitzenreiter sind erwartungsgemäß Haushaltsgroßgeräte mit rund 450.000 Tonnen, Schlusslicht Beleuchtungskörper mit 375 Tonnen. Die gesamte Sammelmenge liegt bei 750.000 Tonnen. Getrieben ist die hohe Recyclingquote, die im Mittel bei 81 Prozent liegt, sicher auch durch die hohen Vermarktungserlöse von Altmetallen.

Die Statistik offenbart aber auch Erstaunliches: In der Rubrik „wiederverwendete komplette Geräte“ erscheinen mehr als 3.000 Tonnen Haushaltsgroßgeräte und sogar mehr als 5.000 von insgesamt 90.000 Tonnen aus der Produktkategorie IT und Telekommunikationsgeräte. Eine unvorstellbare Menge an Fernsehgeräten, Computern und Spielkonsolen.


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