Zahl des Monats April 2015

57 Millionen Tonnen CO2 werden seit 1990 im Schnitt jährlich in der EU-27, der Schweiz und Norwegen durch die Siedlungsabfallbewirtschaftung eingespart.

57 Millionen Tonnen CO2 werden seit 1990 im Schnitt jährlich in der EU-27, der Schweiz und Norwegen durch die Siedlungsabfallbewirtschaftung eingespart.

Die Kreislaufwirtschaft in Europa hat zu deutlich niedrigeren Umweltbelastungen geführt. Zwischen den Jahren 1990 und 2012 konnten jährlich etwa 57 Millionen Tonnen Netto-Treibhausgasemissionen (CO2) gespart werden – und zwar durch die verbesserte Siedlungsabfallbewirtschaftung in den EU-27-Ländern, der Schweiz und Norwegen. Der Rückgang ist besonders seit dem Jahr 2000 zu spüren und liegt vor allem an den reduzierten Methanemissionen von Deponien und den Emissionen, die durch verstärktes Recycling vermieden werden.

Die Daten veröffentlichte die Europäische Umweltagentur (EEA) in ihrem neuesten Synthesebericht „Die Umwelt in Europa: Zustand und Ausblick 2015“. Die Agentur gibt den Report alle fünf Jahre heraus und untersucht, wie sich die EU-Umweltziele und der Umweltschutz entwickeln. Dabei spielt auch die Abfall- und Recyclingwirtschaft eine große Rolle.

Positiv bewertet die EEA, dass die Europäer grundsätzlich weniger Siedlungsabfälle wegwerfen. Das Aufkommen pro Kopf und Jahr ist zwischen 2004 und 2012 um 4 Prozent auf 481 Kilogramm gefallen. Auch die Menge an Abfällen, die auf Deponien landen, sinkt ständig. Wurden im Jahr 2004 noch 31 Prozent des Gesamtabfalls – ausgenommen Mineralstoff-, Verbrennungs-, Tier- und Pflanzenabfälle – deponiert, so war es 2010 mit rund 22 Prozent nur noch etwas mehr als ein Fünftel. Knapp über einem Drittel der Siedlungsabfälle wurde im Jahr 2012 wiederverwertet (36 Prozent). Im Jahr 2004 lag der Wert noch bei 28 Prozent.

Dennoch klafft die Recyclingschere bei den einzelnen Staaten weit auseinander. Trotz der EU-weiten Steigerung muss nach Ansicht der EEA die Abfallbewirtschaftung in einigen Mitgliedsstaaten „radikal überarbeitet werden“, damit das Recycling verbessert und die Deponierung vollständig vermieden wird. Auch der Entsorgerverband BDE sieht eine vollständige Kreislaufwirtschaft für Europa noch in weiter Ferne. „Wir haben ein Problem mit der Umsetzung der EU-Abfallgesetzgebung in einigen Mitgliedsländern“, so der Verbandspräsident Peter Kurth. In dem Zusammenhang fordert er, dass nach dem kürzlich verworfenen Umweltaktionsprogramm baldmöglichst ein neuer, „noch besserer“ Vorschlag kommt. (EK)

Quelle:
Europäische Umweltagentur: „Die Umwelt in Europa: Zustand und Ausblick 2015: Synthesebericht“

Verwandte Artikel:

1. Deutschland top beim Abfallmanagement
2. Ressourceneffizienz fördert Wirtschaftswachstum

> zurück zum Archiv


Artikel drucken Artikel drucken